«we can breathe in space, they just don't want us to escape»

JEREMY DELLER & ALAN KANE, JOHAN VAN GELUWE, 
JÚLIUS KOLLER
 
 
14. März bis 3. Mai 2009
Eröffnung Freitag 13. März 2009, 18 Uhr
 
 
 
 
 
 
 
     

 
Installationsansichten. Foto: Umberto Romito
 
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Die Künstler in dieser Ausstellung sind auf eine Reise gegangen, sei sie real oder bildlich, auf der Suche nach Kunst ausserhalb des Ateliers oder des Ausstellungsraumes. Einer von ihnen hat einen Weg zu kulturellen Erfahrungen geschaffen, der nach aussen führt. Zwei sind auf Leute zugegangen, die sich in einem anderen kulturellen Kontext bewegen. Ein weiterer hat Objekte innerhalb eines fiktiven Museums angesammelt. Ihr Bestreben hat sie zu verschiedenen Orten geführt und letztendlich zurück in den Ausstellungsraum.

Die dritte Ausstellung des Jahresprogramms Berührungspunkte setzt sich weiter mit der Untersuchung des Begriffs Gemeinschaft auseinander. Diesmal ist der Fokus der Ausstellung auf die Konditionen gerichtet, in denen die Kunst gemeinsam erfahren werden kann. Die Künstler untersuchen die Durchlässigkeit zwischen Alltag und Kunst und weiten somit den potenziellen Raum für die Entwicklung eines Kunstkontextes aus. Der Titel kommt aus einem Lied von einer wenig bekannten britischen Band, die Teil des kulturellen Angebotes auf einer lokalen oder alternativen Ebene ist.

Durch ihre Suche nach untraditionellen Orten, an denen Kunst erfahren werden kann, wurden die Künstler dazu gebracht, ihre Praxis in mancher Hinsicht zu wandeln. Jeremy Deller und Alan Kane, beide britische Künstler, haben angefangen verschiedene Formen von Volkskunst in Grossbritannien zu erfassen und zu dokumentieren. Das auf den Reisen gesammelte Material bildet die Basis des Folk Archive. Sie räumen ein, dass sich ihr Arbeitsprozess auf der Grenze zwischen künstlerischer und anthropologischer Praxis befindet, und dass dies die dynamische Kreativität ausserhalb der als offiziell gekennzeichneten Orte unterstreicht.

1981 gründete Július Koller die U.F.O. Galerie Ganek und beschloss, den Raum dieser Galerie an einem spezifischen Ort anzulegen: einem schmalen Streifen gleich unterhalb einer Bergspitze in dem Hohen Tatra. Der Name dieses kleinen Landstücks bedeutet in der slowakischen Bergsteigersprache auch «Galerie». Koller betrachtete diesen abgelegenen Ort als Symbol der Verbindung zwischen der hiesigen und einer anderen Welt. Diese «Galerie» war für ein paar Jahre tätig und diente als ein fiktiver Rahmen, um kulturelle Situationen nachzuahmen. Ihre Aktivitäten wurden von Július Koller und dem «wissenschaftlichen Komitee» der Galerie durch Fotografien, Texte und Zeichnungen dokumentiert.

Johan van Geluwe hat sein Museum of Museums gleich bei sich zu Hause gegründet und verwischt dabei die Grenzen zwischen der Tätigkeit des Künstlers, des Kurators und des Historikers. Die Auswahl von Fotografien in der Ausstellung zeigt ihn an unterschiedlichen Orten, an denen er die genannten Funktionen ausübt und dadurch mit unserem Verständnis für kulturelle Strukturen spielt. Indem er verschiedene Rollen übernimmt, wird er – innerhalb seiner eigenen künstlerischen Produktion – ein Darsteller der gemeinsamen kulturellen Codes.

Diese drei Reflexionen bieten eine kritische Sichtweise auf den Kontext der Kunstproduktion. Die Künstler lassen unterschiedliche Rollen innerhalb ihrer Praxis ineinander wirken. Sie dehnen unsere Erfahrung der Kunst mittels verschiedenen Paradigmen. Indem sie aus der traditionellen Arbeitsumgebung austreten, eröffnen sie Verbindungen zu anderen Formen kultureller Produktionen und bringen dem offiziellen Kunstkontext Erlebnisse, die ausserhalb seiner Konventionen gemacht worden sind, zurück.
 
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The artists in this exhibition have taken a journey, real or figurative, going to search for art outside of the studio or the exhibition space. One of them has built a path to cultural experiences that leads outdoors. Others have sought out groups of people who provided a new working context. Yet another has accumulated objects within a fantasy museum. Their search led them to new locations, before ultimately leading back to the exhibition space.

The third exhibition of the yearlong program Correspondences continues to explore the issue of community. This time, the show focuses on the conditions in which collective experiences of art take place. The artists investigate interconnections between daily life and art, consequently expanding the possible fields for the development of an artistic context. The exhibition’s title comes from a song by a little-known British band, who participates in the production of culture occurring on the local or alternative level.

Through their search for untraditional locations where art might be experienced, the artists modified the nature of their artistic practice. Jeremy Deller and Alan Kane, both British artists, began enumerating and recording various types of folk art production in the United Kingdom. The material collected upon their journeys constitutes the basis of their Folk Archive. They acknowledge that their working process lies on the border between artistic and anthropological practices and emphasize the energetic creativity that takes place outside of locations officially sanctioned as artistic.

In 1981, Július Koller founded the U.F.O. Gallery Ganek, choosing to establish the space in a specific location: a narrow strip of land just below a mountain peak in the High Tatras. The name of this strip means «gallery» in Slovak. Koller viewed the remote location as a symbol of the connection between the worldly and the unworldly. The «gallery» was active for several years and served as a fictitious frame to mimic cultural situations within a natural setting. Koller and the gallery’s «scientific committee» documented these activities in photographs, texts and drawings.

Johan van Geluwe created his Museum of Museums at home, blurring the borders between the activity of the artist, of the curator and of the historian. The selection of photographs shown at Kurator depict him in various locations, performing these functions and playing with the clichés at work in our understanding of cultural structures. In acting out these roles, van Geluwe becomes a performer of the common cultural codes within his personal art production.

These three reflections offer a critical perspective on the context of art production. The artists intertwine a diversity of roles in their practice, resetting our experience of art along multiple paradigms. Stepping out of the traditional working environment, they establish links to other modes of cultural production. They bring back to the official artistic frame what is happening beyond its conventions.
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