Horizontale Durchlässigkeiten

ROSALIND NASHASHIBI, ELODIE PONG, HAEGUE YANG
 
5. September bis 11. Oktober 2009
Eröffnung Freitag 4. September 2009, 19 Uhr





WEITERE VERANSTALTUNGEN:

Sonntag 13. September 2009, 14 Uhr
Öffentliche Führung


Samstag 19. September 2009, 18-24 Uhr
Museumsnacht Rapperswil-Jona

Mittwoch und Donnerstag 7. und 8. Oktober, 10 – 15 Uhr
Kinder-Kunst-Labor

Sonntag 11. Oktober 2009, 14 Uhr
Finissage und Präsentation der Publikation Kurator 2008/09, Herausgegeben von Christa Gebert bei Edition Fink.

 
 











Fotos: Umberto Romito
     
   
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Die in der Ausstellung gezeigten Werke haben keinen unmittelbaren Bezug zum Ausstellungsraum von *KURATOR. Sie beziehen sich vielmehr auf Orte, welche weder unmittelbar erkennbar noch einen direkten Bezug zueinander haben. In diesem Sinne ist die Ausstellung Horizontale Durchlässigkeiten eine künstliche Ansammlung von Objekten und Geschichten, welche scheinbar zufällig zusammen gekommen sind.

Erfahrungen, welche eigentlich an eine spezifische Umgebung gebunden sind, werden im Rahmen dieser Ausstellung an einen neuen Ort versetzt – im Ausstellungsraum von *KURATOR. Dies liegt zwar einerseits in der Natur jeder Ausstellung, da der Ortswechsel ein wesentlicher Teil im Prozess deren Konstitution ist. In dieser Ausstellung jedoch, ist das Thema der Verlagerung zugleich auch ein wesentlicher Aspekt der einzelnen gezeigten Kunstwerke. Das «Anderswo» ist nicht als Dargestelltes präsent, sondern eher als grundlegender Teil der gezeigten Werke spürbar.

Die geografischen Orte, auf welche sich die einzelnen Kunstwerke beziehen, sind weder eindeutig identifizierbar noch werden sie explizit herausgearbeitet, obschon sie eine zentrale Rolle spielen. Die Videoarbeit von Elodie Pong ist aufgrund ihrer Erfahrungen während eines Aufenthaltes in Kairo entstanden, welche die Künstlerin dazu führten, ihre Kommunikationsschwierigkeiten in ihre eigene, visuelle Sprache umzusetzen. Haegue Yang zeigt mit ihrer Installation After-Image «eine Verdopplung von etwas, das seinen Namen vergessen hat», während Rosalind Nashashibi, die über mehrere Wochen eine Schiffscrew auf einer Reise begleitete, sich mit ihrer eigenen Praxis des Filmens auseinandersetzt als «einer Performance oder eines Rituals in welchem sie versucht, mit jenem Ort in Verbindung zu treten wo sie ist und mit dem sich an diesem Ort ereignet».

Der Begriff «vertikale Durchlässigkeit» kommt aus der Soziologie und wurde geprägt um die Möglichkeit des sozialen Aufstiegs zu beschreiben. «Horizontale Durchlässigkeit» dagegen existiert nicht als eigentlicher Begriff. Man könnte mit diesem Ausdruck beschreiben, wie jemand seine Aktivitäten über das eigene soziale Umfeld oder die eigene Kultur ausdehnt, ohne Erwartung an einen ökonomischen Profit. Durchlässigkeit führt nicht zu einer Vermischung zweier Substanzen – der Ausdruck beschreibt vielmehr, was geschieht, wenn eine poröse Grenze es erlaubt, dass zwei Elemente aufeinander treffen können.

Die drei Künstlerlinnen zeigen Werke, welche sie in ihrer Annäherung an ein Element entwickelt haben, das einerseits zu einer entfernten Umgebung gehört und gleichzeitig Teil ihrer künstlerischen Praxis wird. In der letzten Ausstellung des Jahresprogramms Berührungspunkte werden Bezüge zwischen den einzelnen gezeigten Werken etabliert, indem die Ausstellungsbesucher selbst ihre eigene Subjektivität in diese Arbeiten projizieren und damit gleichsam neue Beziehungsnetze zwischen diesen Werken aufbauen.
 
Mir freundlicher Unterstützung von: Stadt Rapperswil-Jona, Ortsgemeinde Rapperswil-Jona, Kanton St.Gallen, Swisslos, AVINA STIFTUNG und das Institut für Auslandbeziehungen
 
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In this exhibition, the works presented at *KURATOR do not relate to the space itself. Rather, they refer to locations that are not directly recognisable and that do not share a specific geographical link. In this respect, the show Horizontale Durchlässigkeiten (horizontal permeabilities) stands as an artificial collection of pieces and stories, brought together by chance encounters.

Here, experiences related to specific places have been transposed to a new location, namely the one of *KURATOR. This lies in the nature of all exhibitions, as displacement is naturally involved in their constitutive process. In this show, however, the theme of displacement is integral to the pieces themselves. «Elsewhere» is not present as a representation, but rather as a fundamental part of the works.

The geographical locations to which the pieces refer are neither directly identifiable, nor explicitly elaborated upon, although they do play a central role. The video by Elodie Pong results from her experience during a residency in Cairo, which led the artist to reconfigure into her own visual language the difficulties she experienced with communication. Haegue Yang evokes in her installation After-Image «a double of something that has forgotten its name» whereas Rosalind Nashashibi, who followed a boat crew on a voyage of several weeks, deals with her practice of film as «a performance and a ritual during which [she is] attempting to connect with where [she is] and with what happens».

The expression «vertical permeability» is a term coined by sociologists to describe the possibility of upward social mobility. «Horizontal permeability», in turn, does not exist as such. One could imagine, however, this expression to describe the action of extending one’s activities beyond one’s own social realm or culture with no intent toward economic profit. Permeability does not lead to the fusion of two elements, but rather describes what happens when a porous border allows two substances to encounter one another.

The three artists display works generated by their approach of elements, which belong to distant surroundings and at the same time become part of their own artistic practice. In the final exhibition of the year-long program Correspondences, links between the works are established as the viewers project their own subjectivities onto the pieces, mimetically building up new sets of relationships between the works.
This exhibition is made possible through the generous support of the city Rapperswil-Jona, Ortsgemeinde Rapperswil-Jona, Kanton St.Gallen, Swisslos, AVINA STIFTUNG, Institut für Auslandsbeziehungen.
 

 

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