Die Wiederholung der Zeichen
 
 

ØYSTEIN AASAN, DAVID HAMMONS, BETTINA SAMSON,
IZET SHESHIVARI, SUSE WEBER, CHRISTINE WÜRMELL,
ANDREAS ZYBACH
 
25. Oktober bis 21. Dezember 2008
Eröffnung Freitag 24. Oktober 2008, 19 Uhr
 
 
 
 
 
 
     
WEITERE VERANSTALTUNGEN:
 
Familienführung und offenes Atelier für Kinder
Samstag 15. November 2008, 14 - 16.30 Uhr
 
Öffentliche Führung
Sonntag 7. Dezember 2008, 14 Uhr

  Fotos: Umberto Romito & Izet Sheshivari
 
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Für die Eröffnungsausstellung des Jahresprogramms Berührungspunkte verwenden sieben Künstler visuelle Zeichen für ihre Arbeiten, die mit potenziellen Gemeinschaften verknüpft sind. Sie untersuchen die visuelle Dimension, durch welche Gemeinschaften ihre Existenz bekunden. Sie beschäftigen sich mit der Frage, wie die Existenz dieser Form des Zusammenseins im öffentlichen Raum sichtbar wird.

In den letzten dreißig Jahren haben verschiedene Autoren sich mit der Idee der Gemeinschaft auseinandergesetzt. Philosophen oder Schriftsteller wie Jean-Luc Nancy, Maurice Blanchot und Giorgio Agamben differieren bedeutend in ihrer Position zur genaueren Bestimmung dieser Form des Miteinanderseins. Ihre Problematik ist das Umreißen einer Form der Assoziation, die weder eine geschlossene Partikularität noch eine bloße Einheit darstellt, sondern eine Form der dynamischen Verschränkung von Singularität und Pluralität.

In einer Reflexion über Gemeinschaften wird man mit der Tatsache konfrontiert, dass die Interpretationen und Bedeutungen dieses Wortes stark variieren können.
In diesem Zusammenhang konzentriert sich die Ausstellung Die Wiederholung der Zeichen auf die visuelle Dimension der Problematik.

Diese visuellen Zeichen machen Verbindungen zwischen Individuen sichtbar. In der Ausstellung zeigen Suse Weber und Christine Würmell Zeichen, die verschiedenen Kulturen zugehörig sind, welche durch Globalisierung aufeinander treffen. Izet Sheshivari fokussiert sich auf die virtuelle Internet-Gemeinschaft, die Bilder aus dem klassischen Kunstrepertoire verwendet. Øystein Aasan spielt dagegen mit der verbreiteten Vorstellung von Architektur als repräsentative Form nationaler Einheit. Bettina Samson unterstreicht, wie die Fantasie eines unbekannten, aber begehrten Anderen die Gründung einer Gemeinschaft beeinflusst.
    
Abhängig von der eigenen Erfahrung werden wir vielleicht manche Zeichen in der Ausstellung wieder erkennen, zu denen wir einen persönlichen Bezug haben. Im Moment des Erkennens können wir herausfinden, dass unsere eigene Erfahrung sich mit verschiedenen Erfahrungen und Gemeinschaften verbinden lässt. Diese unterschiedlichen Gemeinschaften gehören zu unserem Alltag, aber wir gehören nicht unbedingt zu ihnen. Dennoch kann unser Einverständnis mit der Bedeutung mancher Zeichen als erster Schritt zu der Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft betrachtet werden. Die Arbeit von Andreas Zybach unterstreicht diese Idee, indem der Künstler mit unserem Verständnis von Farben spielt.

David Hammons’ Ausstellungsbeitrag, «African-American Flag», übernimmt das wohl bekannteste Element, um eine Nation zu definieren: eine Fahne. Der Künstler wandelt sie um, indem er die Farben der afrikanischen Fahne auf die Form der amerikanischen Fahne überträgt. Er enthüllt die Aneignung amerikanischer Kultur durch die Afroamerikaner, aber auch den umgekehrten Prozess der Umwandlung amerikanischer Identität durch afrikanische Kultur. Diese Arbeit stellt die Frage, wie man sich eine Gemeinschaft vorzustellen hat, die sich gerade durch ihre Auflösung realisiert. Die Arbeit macht die häufig komplexe Beziehung zwischen zwei Kulturen sichtbar und hinterfragt die Möglichkeit einer heterogenen Gemeinschaft. Die partielle Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft, sowie unsere partielle Fähigkeit diese visuell zu identifizieren, weist auf die Ausdehnung des Begriffs «Gemeinschaft» zu hybriden Formen hin. Die Ausstellung macht uns darauf aufmerksam, dass ein gemeinsames Verständnis für visuelle Zeichen vielleicht der erste Schritt sein kann, um Teil einer Gemeinschaft zu werden.

Mit freundlicher Unterstützung von: Stadt Rapperswil-Jona, Kanton St.Gallen, Swisslos, AVINA STIFTUNG, Bundesamt für Kultur BAK, Office for Contemporary Art, Pro Helvetia. Wir bedanken uns herzlich bei Professor Rinkel von der Hochschule für Technik Rapperswil sowie bei der Informatikabteilung der Stadt Rapperswil-Jona. Der Ellipse Foundation danken wir für die großzügige Leihgabe.


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For the opening exhibition of the yearlong program entitled Correspondences, seven artists investigate the way communities, granted or assumed, make their existence visible in public space. In the last thirty years, many authors have dealt with the idea of community. Philosophers and writers such as Jean-Luc Nancy, Maurice Blanchot and Giorgio Agamben have all attempted to lay out a more precise definition of this form of togetherness. Their problematic develops within an attempt to outline this form of association, which represents neither an insular specificity, nor a simple unity, but a form of dynamic delineation of singularity and plurality.
 
While reflecting on community, one has to face the fact that perceptions and understandings of this term are extremely varied. In this context the exhibition,
The Repetition of Signs, focuses on the visual dimension of the issue. By displaying signs related to various communities, the artists explore how the existence of this form of togetherness becomes visible.
 
These signs are what make links between individuals visible. Here, Suse Weber and Christine Würmell present us with signs belonging to various cultures that happen to overlap through globalisation. Izet Sheshivari focuses on the virtual internet community, using images from a classical artistic repertoire in a retroactive mode, whereas Øystein Aasan plays with the entrenched notion of architecture as a representative form of nationhood. Bettina Samson underlines how the fantasy of an unknown, yet sought-after Other can influence the constitutive process of a community.
 
According to personal experience, we might recognise some signs in the exhibition and relate to them. This moment of recognition allows us to identify how part of our personal experience fits within a shared chain of significations and also heightens our awareness of indirect relationships to communities. Although some communities are part of our daily life, it does not necessarily mean that we belong to them. Nevertheless, our agreement on the signification of certain signs can be understood as the first step towards developing a sense of affiliation with a community. The work by Andreas Zybach underlines this possibility by playing with our understanding of colours.
 
The piece by David Hammons in the exhibition, African-American Flag, takes over what is probably the most well-known element used to define a nation: a flag. The artist transforms it by transposing the colours of the African flag onto the shape of the American one. He unveils the appropriation of American culture by Afro-Americans, but also the reversed process of transformation of American identity through African Culture. His piece asks the question of how to envision a community that actualises itself in the moment of its dissolution. This piece makes visible the often-conflicted relationship between two cultures and investigates the possibility to represent the heterogeneity of a community. The collection of signs in the show points out that the experience of sharing an understanding of visual references is perhaps the first step towards belonging to a community.

This exhibition is made possible with the generous support of the city Rapperswil-Jona, Kanton St.Gallen, Swisslos, AVINA STIFTUNG, Bundesamt für Kultur BAK, Office for Contemporary Art, Pro Helvetia. We would like to thank Professor Rinkel at Hochschule für Technik Rapperswil,  the computer department of the city for their active support, and the Ellipse Foundation for their generous loan.
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