TRANSITIONS – Ausnahmezustände und Gesellschaftsspiele

Das Spiel – Spiegel der Gesellschaft

27.1.–25.2.2018
Vernissage: Freitag, 26.1.2018

In Spielen werden individuelle und gesellschaftliche Konflikte verhandelt und Strategien erprobt: ein Experimentierfeld für das «richtige Leben». Beim Schachspiel testeten die Oberen einst strategische Züge, in Videogames werden heute die Grenzen des Ichs ausgelotet und gesprengt: im virtuellen Raum wird das Ich in Kombination mit einer Spielfigur stärker, schöner, klüger. Spiele haben Regeln und Grenzen, die wenig Verhandlungsspielraum bieten. In dieser Gruppenausstellung werden das Spiel und seine Funktionen anhand von künstlerischen Arbeiten untersucht.

Camouflage, Camoufleur, Camouflet – Das Spiel mit der Un/Sichtbarkeit

17.3.–22.4.2018
Vernissage: Freitag, 16.3.2018

Nicht primär an militärische Tarnmuster sei hier gedacht, viel eher an den «camoufleur», den Trickdieb und an Vernebelungstaktiken als Leitmotiv für menschliches Verhalten. In dieser Ausstellung geht es um das ästhetische Potenzial der Camouflage in ihrem weiteren Wortsinn: der Tarnung, der Imitation, der Verhüllung und der Mimikry. Wo finden wir visuelle Ausdrücke des Fast-Sichtbaren? In einer Gruppenausstellung wird über die Camouflage in Kunst, Popkultur, Architektur, Kosmetik und als Re/Konstruktion von (digitalen) Identitäten reflektiert.

Ein Teil dieser Ausstellung findet im benachbarten Kunst(Zeug)Haus statt.

Gerüchte: Was in der Luft liegt

26.5.–8.7.2018

Ein Gerücht lässt sich nur auf den ersten Blick an seine Boten fixieren und im digitalen Raum schwillt der Pegel des Stimmengewirrs um ein Vielfaches an. Ein Gerücht ist unfassbar. Die Literatur verortet es im «Haus der Fama» – der Göttin des guten Leumunds und des schlechten Rufs: Ein offenes Haus, das gleichzeitig viele Durchgänge, aber keine Ein- und Ausgänge hat. Es ist von weither sichtbar und versammelt eine grosse Macht: Im Haus der Fama sitzen viele Gerüchte. Die *ALTEFABRIK wird im Frühsommer 2018 zum «Haus der Fama». Im Rahmen eines Open Calls im Herbst 2017 werden lokale Kulturschaffende zu einem Gemeinschaftsprojekt eingeladen. Das Ergebnis dieses Experiments bleibt offen.

Vom Verstecken und Aufdecken. Prozesse kollektiver Verdrängung

8.9.–21.10.2018
Vernissage: Freitag, 7.9.2018

Das gesellschaftliche Unbewusste macht die Gesellschaft erst überlebensfähig, «dank» ihm können z. B. die Risiken der modernen Industriegesellschaft im bekannten Masse ignoriert werden. Eine unerwartete Gegenüberstellung führt auf die Spuren kollektiver Verdrängungsmechanismen und deckt Prozesse des Vergessens, selektive Wahrnehmung oder aktive Verleugnung auf. Beim Problem des Atommülls scheinen dieselben Kräfte und Strategien am Werk zu sein, wie wenn es um das Erbe des Kolonialismus und seine ungelösten Konflikte geht. Die junge palästinensische Künstlerin Inas Halabi und ein weiterer internationaler Künstler werden dazu eingeladen, diese Themen in Rapperswil-Jona und Umgebung zu untersuchen.

Foto Credits: © Remo Stoller, Das Verspaten des Schliffs,  2017, Studio / © Eva O’Leary, Concealer, 2017, Video Still / © Inas Halabi, Lions Warned of Futures to Come, 2016, Video Still